Bodenbearbeitung und Saat mit dem WEcoDyn 3D System

Baertschi Perma-Agrartecnic AG

Es hat sich immer mehr herausgestellt, dass das Wissen um das System Boden genau so wichtig ist wie die Technik selbst. Ohne ein umfassendes Wissen, wie dieses System Boden funktioniert und wie man nachhaltig Bodenfruchtbarkeit aufbauen kann, ist es auch sehr schwierig, das Potential des WEcoDyn Systems komplett auszuschöpfen.

Um einen nachhaltig erfolgreichen Einsatz des WEcoDyn Systems zu gewährleisten, haben wir uns entschlossen, die Verantwortungsbereiche zu teilen. Technik, Service und Vertrieb: Firma Baertschi AG in der Schweiz. Ausbildung, Anbausystementwicklung: Firma Friedrich Wenz GmbH

Technik, Service und Vertrieb:
Die Herstellung und der Verkauf des WEcoDyn Systems erfolgt in der Schweiz durch die Firma Baertschi AG.
Das heißt, das WEcoDyn System ist komplett SWISS MADE.
Alle Fragen zum Verkauf, Angebote, Lieferzeiten usw. werden von der Firma Baertschi AG bearbeitet.
Anfragen an uns zum Thema Kauf und Service geben wir weiter an die Firma Baertschi AG.

Ausbildung, Systementwicklung:
Das Wissen über das System Boden mit den Faktoren Bodenbiologie, Mikroorganismen und Bodenchemie geben wir in Form von Jahresausbildungen weiter. Nähere Informationen finden Sie auch unter http://www.eco-dyn.de/jahresausbildung

Jeder Käufer eines WEcoDyn Systems nimmt an einer Jahresausbildung teil. Jedoch kann man auch als Nicht-WEcoDynanwender diese Ausbildung in Anspruch nehmen, unabhängig davon, ob Ihr Betrieb konventionell oder ökologisch bewirtschaftet wird.

Hier nun die Detailinfos zum WEcoDyn System.

Das WEcoDyn System ist aus dem Bestreben heraus entstanden, eine pfluglose, für den Biolandbau geeignete Möglichkeit der Bodenbearbeitung zu finden. Die Aufgabe war es, ein Bodenbearbeitungssystem zu entwickeln, das wirklich flach, präzise und bei Bedarf ganzflächig arbeiten kann. Begonnen 1995, stecken im WEcoDyn System nunmehr 19 Jahre praktische Erfahrung und ständige Weiterentwicklung.

Durch den modularen Aufbau kann für jede Aufgabe die passende Werkzeugkombination gewählt werden. Man  hat nur sehr geringe Umrüstzeiten, da mit einem Schnellwechselsystem gearbeitet wird, das einen sehr schnellen Wechsel der einzelnen Werkzeuge ermöglicht. Gleichzeitig ist das WEcoDyn System somit auch jederzeit an zukünftige Anforderungen anpassbar. 

Die Vorteile auf einen Blick

  • Kraftstoffeinsparung bis zu 50%
  • hohe Schlagkraft bei der Grundbodenbearbeitung
  • bei biologischen Betrieben gute Kontrolle sowohl bei Samen- als auch bei Wurzelbegleitpflanzen
  • höhere Tragfähigkeit der Böden
  • in Trockengebieten hervorragende Wasserspeicherfähigkeit
  • perfekter Erosionsschutz
  • bei konventionellen Betrieben reduzierter Herbizidaufwand
  • es werden perfekte Bedingungen für wirklich nachhaltigen Bodenaufbau geschaffen

Abfolge

Bei einer Stoppelbearbeitung kommt das 36 cm Schar mit Mischblech (und optional breitem Abweisblech) zum Einsatz (Bild 1). - Schar 36cm mit Mischblech und breitem Abweisblech

 

Dieses Schar hat bei einem Strichabstand von 30 cm eine Überlappung von 6 cm, so dass alle Pflanzen zu 100% sicher abgeschnitten werden und dann so abgelegt werden, dass sie vertrocknen können. Ganz wichtig bei dieser Arbeit ist die flache Arbeitstiefe von wenigen cm, immer abhängig von der Art des Bodens, der Menge der organischen Masse an der Oberfläche und den Feuchtigkeitsverhältnissen. Die Arbeitstiefe sollte beim ersten Arbeitsgang ca. 5 cm nicht unterschreiten (Bild 2). - flaches ganzflächiges abschneiden

Jedoch muss auch sichergestellt werden, dass die organische Masse mit genug Erde vermischt wird, damit eine Verrottung (→ Flächenkompostierung) einsetzen kann (Bild 3) .  - Vermischung organische Masse - Erde, Verrrottung setzt ein

Ist die Erde sehr trocken und eine Bearbeitung muss unbedingt erfolgen, kann man den ersten Arbeitsgang auch mit dem 14 cm Schar durchführen.  Dieser Arbeitsgang wird auch durchgeführt, wenn man Kleegras- oder Grasbestände umbrechen will. Somit verhindert man eine zu große Sodenbildung, welche dann die weitere Berarbeitung behindern würden.(Bild 4) . - Schar 14cm mit Mischblech


 

Mit diesem Schar ist unter allen Bedingungen ein sicheres Eindringen in den Boden bis zur gewünschten Arbeitstiefe möglich. Anschließend ist eine Bearbeitung ganzflächig möglich, da die mit dem 14 cm Schar auf der Oberfläche abgelegte Feinerde dafür sorgt, dass der Boden sehr mürbe wird. Bei Bearbeitung unter trockenen Verhältnissen wird so die Feuchtigkeit in der Erde gehalten durch unterbrechen der Kapillaren. Die Einebnungszinken sowie der Strohstriegel sorgen dafür, dass die mit der organischen Masse vermischte Erde eingeebnet wird (Bild 5). - einebnen durch nachlaufende Werkzeuge



Evtl. noch vorhandene Anhäufungen von Stroh werden in den folgenden Tagen mürbe und zerfallen beim folgenden Arbeitsgang. Der so bearbeitete Boden bietet optimale Keimbedingungen für Ausfallgetreide und sonstige Samen.

Wiesenumbruch oder Umbruch langjähriger Feldfutterflächen funktioniert genau so wie die Stoppelbearbeitung, allerdings erfolgt hier der erste Arbeitsgang immer mit den 14 cm Scharen. Die Fläche sollte keinen langen Aufwuchs haben, damit der Boden mit der organischen Masse gut durch die Maschine fließen kann. 

Partielle tiefere Lockerung
bis ca. 20 cm wird mit den 5 cm Scharen oder speziellen Tiefenlockerungszinken durchgeführt (Bild 6). - tieferes lockern mit Schare 5cm

Diese Maßnahme wird, wenn notwendig, vor der Aussaat durchgeführt, um die mechanische Lockerung so schnell wie möglich durch Pflanzenwurzeln biologisch zu stabilisieren. Die 5 cm Schare heben den Boden an, ohne ganz große Schollen aufzuwerfen. Dadurch gibt es sehr viele Querrisse im Boden, die von den Pflanzenwurzeln erschlossen werden können. Das WEcoDyn System ist mit einer mechanischen Steinsicherung über Abscherschrauben ausgestattet. Tiefere Lockerung sollte nur vorgenommen werden, wenn die Bodenverhältnisse es zulassen!

Zur Saatbeetbereitung
wird der Arbeitsgang wie bei der Stoppelbearbeitung wiederholt (Bild 7). - Saatbeetbereitung  

den Einsatz der Mischbleche wird der bearbeitete Teil des Bodens wieder vermischt, gekeimte Pflanzen sicher kontrolliert und der Boden wird sehr feinkrümelig, ohne jedoch zur Verschlämmung zu neigen. Auch bleibt an Hanglagen die Erosionsgefahr sehr gering, da sich in der Erde erhebliche Mengen an organischem Material befinden. Wird mit dem WEcoDyn System gesät, dann kann bereits mit  der 3. Überfahrt gesät werden. Kommen andere Sämaschinen zum Einsatz, sollte mit dem WEcoDyn System noch eine 3. Überfahrt getätigt werden, bevor mit einer Mulchsaatsämaschine gesät werden kann.

Der Zugkraftbedarf ist relativ gering. Am meisten Kraft braucht man beim ganzflächigen schneiden. Hier wird bei 3m Arbeitsbeite und 100 PS auf mittelschweren Böden mit einer Geschwindigkeit von 9-11 km/h gefahren, was einer Flächenleistung von 2,5 bis 3 ha/Stunde entspricht. Ab dem 2. Durchgang kann mit Geschwindigkeiten von 12-14 km/h gerechnet werden. Für die gesamte Arbeitskette von Stoppelbearbeitung/Umbruch bis einschliesslich Aussaat ist ein Dieselverbrauch von ca. 20 bis max. 30 Liter/ha ein normaler Wert.  

Einsatz im konventionellen Ackerbau: Was im Biolandbau mit seiner besonderen Herausforderung in Bezug auf Unkrautmanagement funktioniert, ist natürlich genau so für den konventionellen Ackerbau umsetzbar. Die zusätzlichen Vorteile für konventionelle Betriebe sind:

  • reduzierter Herbizidaufwand
  • Kraftstoffeinsparung
  • höhere Tragfähigkeit der Böden
  • in Trockengebieten hervorragende Wasserspeicherfähigkeit
  • perfekter Erosionsschutz

Das WEcoDyn Saatsystem verbindet das WEcoDyn Bodenbearbeitungssystem mit einer ausgefeilten und extrem flexiblen Sätechnik und hat durch diese Kombination einzigartige Vorteile:

Während der Aussaat erfolgt bei Bedarf nochmals eine ganzflächige, exakt in der Tiefe geführte Unkrautbekämpfung, und unmittelbar hinter den Schälscharen wird das Saatgut auf den wasserführenden Horizont abgelegt. Auf diese Weise ist es sogar möglich, bei sehr trockenen Verhältnissen, außer Getreide, Grobleguminosen wie Sojabohnen oder Ackerbohnen ohne Rückververfestigung sicher zum Auflaufen zu bringen.

Das WEcoDyn Saatsystem verfügt über bis zu 3 voneinander unabhängige Saatbehälter, so dass jeweils unabhängig voneinander bis zu 3 verschiedene Kulturen in bis zu 3 exakt einstellbaren Tiefen gesät werden können. Somit ist auch eine komplexe Mischsaat mit mehreren Kulturen in einer Überfahrt problemlos möglich. Die Mischungsanteile können jederzeit variiert werden. Des weiteren können so auch biologische und einige mineralische Dünger und Saatgut gleichzeitig abgelegt werden. 

Die Saatgutdosierung erfolgt mechanisch direkt in jedes Saatrohr, der Saatguttransport erfolgt pneumatisch (Bild 3). Das hat den Vorteil der exakten Dosierung und auch schwierige Samen (z.B. Dinkel im Spelz) können exakt und verstopfungsfrei abgelegt werden.

Bild 3 - mechanisch dosieren, pneumatisch transportieren

Durch das auswechseln der Dosierwellen (Bild 4) kann man mit jedem Saatkasten von wenigen Kg/ha der feinsten Sämereien (z.B. Weissklee usw.) bis hin zu den größten Samen (Ackerbohne, Soja, Mais usw.) alles ausbringen.

Bild 4 - Dosierwalze wechseln

Es werden standardmäßig mehrere Dosierwellen mitgeliefert (Bild 5), auf Wunsch sind zusätzliche Konfigurationen möglich. Das auswechseln der Dosierwellen dauert bei leerem Behälter nur 2 Minuten. Jeder Saatbehälter verfügt über eine eigene, komplett unabhängige Dosiereinheit.

Bild 5 - Übersicht Typen Dosierwalzen

 

Bild 8 - Sichtfenster