mikrobielle Prozesssteuerung

 

Es wäre vermessen, zu denken, dass wir jeden Teilbereich der Bodenbiologie mit chirurgischer Präzision in jede beliebige Richtung beeinflussen können.

Ein biologisch aktiver Boden ist ein hochkomplexes, selbstregulierendes System. Das Wort System  (von griechisch σύστημα, altgriechische Aussprache sýstēma, „das Gebilde, Zusammengestellte, Verbundene“) zeigt auf, dass immer Interaktionen stattfinden. Wir können nicht einzelne Faktoren beeinflussen, ohne dass es Auswirkungen auf die anderen Teilbereiche hat.

Aber, und das ist das geniale, dieses System ist selbstregulierend. Somit haben wir indirekt doch erhebliche Einflussmöglichkeiten. Neben er Etablierung der entsprechenden Pflanzengemeinschaften und die daraus resultierenden Wurzelausscheidungen haben wir das Werkzeug der mikrobiellen Prozesssteuerung.

Durch die Anwendung verschiedener, meist flüssiger, mikrobiell aktiver Mischungen mit unterschiedlichen Wirkungsbereichen können wir die Aktivität der Bodenbiologie erheblich beschleunigen und bodenaufbauende Prozesse unterstützen.

Zu diesen Werkzeugen gehören vor allem die biologisch-dynamischen Präparate, Milchsäurebakterienkulturen (EM, Biosa, FKE, Brottrunk, Sauerkrautsaft etc.), Komposttees und Kompostextrakte, selbst hergestellte Emulsionen (z.B. mit der „Humusmühle“ nach Erhard Henning → 1/3 Kompost, 1/3 Lehm, 1/3 Bachsteine, idealerweise etwas Pflanzenkohle, gutes Wasser) und Heuteeauszüge.

Das Wirkprinzip ist immer das gleiche. Durch die Anwendung wird dem Boden und den Pflanzen (Schnittpunkt Pflanzenwurzeln) ein mikrobieller und enzymatischer Impuls gegeben, der die Etablierung und Aktivierung verschiedener mikrobieller Prozesse bis hin zur Humusbildung durch die Bildung von Glomalin erst ermöglicht. Prozesse, die wir mit chemischen Hilfsmitteln nicht erreichen können.