Dreieck der Bodenentwicklung

bilden ein Dreieck, welches das System Boden darstellt.

Die Bodenchemie und die Bodenphysik bilden das Fundament für die Bodenbiologie!

Es ist wie beim Hausbau: Wenn das Fundament nicht stimmt, wird das eigentliche Haus immer wieder zusammenbrechen.

Bodenchemie

Die Bodenchemie ist die erste Hürde im Verstehen des Systems Boden.

Hat man endlich das Fach Chemie in Schule und Studium hinter sich, ist man froh, dieses Thema den Fachlaboren, der Beratung und Industrie vermeintlich überlassen zu können.

Was dabei sehr oft übersehen wird, ist die Tatsache, dass wir mit Düngemaßnahmen nicht nur Pflanzen ernähren, sondern auch massiv Einfluss nehmen auf die physikalischen Eigenschaften eines Bodens und die Möglichkeiten einer guten Entwicklungsgrundlage der Bodenbiologie.

Der wichtigste Punkt ist die Tatsache, dass nicht absolute Werte einzelner Elemente ausschlaggebend sind, sondern die Relationen verschiedener Elemente zueinander.

Des weiteren denken wir meistens an Mangelsituationen und denken nicht daran, dass Überschüsse genau so begrenzend auf Ertrags- und Bodenentwicklung wirken können. Das können nicht nur Phospor- und Kaliüberschüsse sein, sondern z.B. auch Calziumüberschüsse.

Um all das erfassen zu können, sind detailliertere Bodenuntersuchungen und entsprechende Auswertungen absolut notwendig und wichtig. Nur wenn wir die Werte von den Flächen haben, für die wir verantwortlich sind, können wir auch richtig handeln.

Ein Beispiel aus unserem Betrieb:

Unsere Aufmerksamkeit galt immer der Stickstoffversorgung, zusätzlich noch Phosphor und Kalium. Das Element Schwefel dagegen war einfach nicht in unserem Bewusstsein. Es ist auch in keinen Standard-Bodenproben aufgeführt. Erweiterte Bodenuntersuchungen zeigten einen massiven Schwefelmangel.

Besonders für Leguminosen, aber auch für die Bodenbiologie ist der Schwefel ein Schlüsselelement. Zwei der essentiellen Aminosäuren basieren auf Schwefelverbindungen!

Der Einsatz von 25Kg elementarer Schwefel/ha brachten uns Soja 1500Kg/ha Mehrertrag!

Dieser Mehrertrag ist aber nur die Spitze des Eisberges. Um diesen Mehrertrag zu realisieren, braucht die Pflanze ein größeres Wurzelwerk, mehr Photosystheseleistung, mehr Trockensubstanz (siehe Fotos). Somit steigen die Umsatzleistungen über und im Boden. Und somit steigt die biologische Aktivität im Boden. Das wiederum ist die Grundvoraussetzung für Humusaufbau!

    

ACHTUNG!! 

Ich will damit nicht in den Raum stellen, dass wir für alle Zeiten jede kleinste Menge Spuren- und Mengenelemente aus dem „Sack“ düngen sollen.

ABER: Wenn wir die Bodenbiologie soweit bringen wollen, dass sie diese Funktionen durch Nachlieferungen aus dem eigenen Reservoir und der mineralischen Basis des Bodens bereitstellen kann, dann müssen wir die Grundlagen dafür schaffen, dass sie sich dahingehend entwickeln kann.