Kemink

Das Kemink-System
 

Nach 10 Jahren sehr schlechter Erfahrungen mit niedrigsten Erträgen im Bereich von 23 dt/ha und sehr viel Handarbeit trafen wir

Kemink

Herrn Hans Kemink. 

Herr Kemink hatte durch den Kartoffelanbau die Möglichkeiten der Dammkultur für den Gemüseanbau entdeckt. Wir wiederum hatten im Kemink-System die Lösung für unsere Problme im Ackerbaubereich gefunden. So waren wir einer der ersten Betriebe, der das Kemik-System großflächig im Ackerbau zur Anwendung brachten.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, hauptsächlich aufgrund der Adaption an die großflächigen Verhältnisse, hatten wir bereits ab dem 3. Einsatzjahr sehr gute Resultate. Die Weizenerträge stabilisierten sich bei ca. 45 dt/ha in einem Rotationssystem von 2 Jahre Feldfutter (Kleegras) und 1 Jahr Weizen. Das Kemink-System erforderte einen Aufwand von 11 Betriebsstunden/ha/Jahr mit einem 75 PS Traktor. Disteln verschwanden total, und auch der Ampfer spielte keine Rolle mehr. Die Felder waren sehr sauber. Die ganze Unkrautbekämpfung wurde mit diesem System vor der Aussaat durchgeführt. 

Nach der Aussaat im Herbst war die nächste Maßnahme auf dem Feld die Ernte. Es gab kein striegeln und kein hacken. Diese Maßnahmen praktizieren wir bis heute, da sie sich zur Kemink-Zeit hervorragend bewährt haben. Details zur Unkrautbekämpfung finden Sie in einem der folgenden Kapitel. 

Das Kemink-System arbeitet mit Dämmen. Diese Dämme sind im Prinzip jeweils kleine Komposthaufen, die immer wieder umgesetzt werden. Ein bearbeitetes Feld sieht aus wie ein frischer Kartoffelacker. 

s-kartoffelacker

Die Bearbeitung besteht aus mehreren Bearbeitungsgängen. Das ist notwendig, damit sich der Boden aufbauen kann. Die einzelnen Arbeitsgänge brauchen nicht viel Zeit, müssen jedoch zum richtigen Zeitpunkt und exakt durchgeführt werden. 

Im Folgenden werden die einzelnen Arbeitsgänge aufgeführt. 

Das Anspuren 
Auf dem vorbereiteten Acker wird mit 3 Häufelkörpern eine Spur gezogen. Die Dammbreite wird von der Traktorspur bestimmt. Dann wird mit dem Traktorrad in der einen Spur zurückgefahren. So wird der ganze Acker angespurt. Dies ist deshalb wichtig, weil nach dem Aufhäufeln eine Korrektur nicht mehr möglich ist. 

Das Aufhäuflen 
Mit den Häufelkörpern werden während mindestens 2 Überfahrten die Dämme gebildet. Es sind deshalb mindestens 2 Durchgänge notwendig, weil sonst die Dämme nicht den notwendigen Feinerdeanteil haben. Der Boden braucht einfach seine Zeit für den Aufbau. 

Die Schulterbearbeitung 
Nachdem die Dämme an sich gebildet sind, beginnt die eigentliche Bearbeitung. In Abständen von 3-10 Tagen (je nach Temperatur, Feuchtigkeit, Bodenart usw.) werden die Dämme zuerst links, dann rechts, und zum Schluß in der Mitte mit den Lockerungszinken bearbeitet. Die Bearbeitungstiefe ist etwas tiefer wie die Täler. Durch Rißbildung wirkt der Lockerungs- und Aufbauprozeß aber viel tiefer.

Einebnen durch Abschleppen oder Unterschneiden 
Wird das Feld für Ackerbauzwecke verwendet, dann werden die Dämme mit einer Schleppe oder einem Messer eingeebnet. Das Feld kann dann nochmals mit der Egge zwecks Unkrautbekämpfung bearbeitet oder auch gleich eingesät werden. Beim Gemüsebau bleiben die Dämme stehen, und auf den Dämmen hat man nun hervorragende Voraussetzungen für die Kultivation jeglicher Gemüsearten.
 

Das Kemink-System wird von uns nicht mehr oft angewendet, da es auf großen Flächen doch sehr arbeitsaufwendig ist. Es war für uns aber ein sehr wichtiger Schritt hin zu unseren heutigen Aktivitäten, und wir haben alle Werkzeuge, so daß wir jederzeit wieder auf dieses bewährte System zurückgreifen können. Auf kleineren Betrieben und auf Problemflächen uat das System nach wievor seine Brechtigung. In der Schweiz hat es z.B ein Betrieb geschafft, mit dem Kemink-System die Böden soweit zu verbessern, daß die Schwermetallbelastung, welche im Boden eindeutig vorhanden ist (Betrieb liegt unmittelbar neben einer Autobahn), komplett im Boden gebunden ist und nicht mehr pflanzenverfügbar ist. 

Das hat dem Betrieb die Existenz gerettet. 
Im Gemüsebaubereich wird es mit großem Erfolg in Frankreich, der Schweiz, Österreich und Deutschland eingesetzt. Zum Teil wurde es dahingehend modifiziert, daß die Dämme nun 1,6 m breit sind 

Beratung am Sojafeld von Manfred Wenz

und es nur einen Damm zwischen den Schlepperädern gibt. Die Dämme bleiben immer bestehen. In diesen Dämmen hat sich die Struktur (in einem sehr lehmigen Boden) bis zu einer Tiefe von 50 cm einheitlich gut entwickelt und ist so locker, daß man jederzeit mit der Hand tief in die Erde hineingreifen kann.

Mussler Kemink Breitdamm.

Boden